Düsseldorf läuft nicht nur auf Altbier und Senf. Die Stadt knattert und brutzelt an jeder Ecke – Foodtrucks haben längst festen Asphalt unter ihren Reifen. Knallbunte Fahrzeuge werfen rauchende Schatten auf Kopfsteinpflaster, und die Schlange davor sagt: Hier gibt’s was zu erleben. Man kennt den Duft, noch bevor man das Schild liest. Belgische Pommes mit hausgemachter Trüffelmayo? Gibt’s an einem Tag. Am nächsten venezolanische Arepas im warmen Maiskleid. Langeweile? Fehlanzeige. Den besten Guide gibt es unter foodtruckduesseldorf.de/.
Ich erinnere mich an einen Mittagsraubzug auf dem Carlsplatz. Regen, knurrender Magen, schlechte Laune im Gepäck. Dann dieses rote Ding – Currywurst Deluxe. Die Verkäufer brüllen durch den Dampf, irgendwer wippt auf den Zehenspitzen, weil der Hunger so mächtig wird. Ein Bissen später und der Nieselregen mutiert fast zur Nebensache. Solche Geschichten schreibt nur die Straße.
Foodtrucks werden zum Treffpunkt. Banker in Krawatte stehen zwischen Studenten mit Skateboards. Irgendwo ein verschütteter Dip, dazwischen ein Lacher – der Alltag wirft für einen Moment den Anzug ab. Manche Trucks wechseln täglich den Standort. Da hilft manchmal der Blick auf Instagram, manchmal auch einfach dem Duft folgen. Falls du dich fragst, wo der beste Falafel-Ball der Stadt rollt, der Tipp von Oma’s Nachbarin zählt mindestens so viel wie jede Online-Bewertung.
Gibt’s die Klassiker? Klar! Burger flippen über die Theke. Süßkartoffelpommes verdrängen den alten Bekannten Fritten. Aber neben Pulled Pork werden auch Veggies satt. Die rein pflanzlichen Wagen werden mehr, denn Düsseldorf liebt Auswahl. Mal ehrlich: Selbst eingefleischte Fleischliebhaber knabbern plötzlich Tofu-Wraps und werfen dabei nicht mal einen sehnsüchtigen Blick zur Bratwurst rüber.
Apropos Bratwurst – die darf natürlich nicht fehlen. Aber mit Kimchi? Jap, das gibt’s auch. Die Truck-Betreiber zeigen Mut zum Experiment. Heute Mayo, morgen Mangochutney, übermorgen Wasabi. Lange ausprobieren musst du jedenfalls nicht, bis du deinen Favoriten findest.
Feierabend? Niemand hat Lust auf Herd und Hektik. Ab zum Afterwork-Foodtruck am Rhein. Die Sonne döst ins Wasser, knusprige Nachos knacken zwischen Gesprächen. Wochenende, Stadtfest, Streetfood-Markt? Düsseldorf verschluckt sich fast an seiner Vielseitigkeit.
Warum funktionieren Foodtrucks hier so gut? Vielleicht, weil Düsseldorf schnell ist. Man isst mit Tempo, mit Neugier, mit allem außer Langeweile. Und ehrlich – selten passt Genuss besser durch die Hand als zwischen zwei Meetings oder nach durchgefeierter Nacht.
Hunger selbst ist auserzählt, wenn der nächste Truck am Horizont winkt. Bleibt nur eine Frage: Was probierst du als Nächstes?